Restaurierung einer Ikone für einen Kunden

Eine Besonderheit unserer Arbeit stellt die Ikonenmalerei dar. Grund genug, hier etwas ausführlicher zu berichten, was es damit auf sich hat.

Der folgende Text ist größtenteils aus Wikipedia zusammengefasst – den kompletten Beitrag finden Sie hier: Wikipedia-Ikonen!

Ikonen – dieser Begriff kommt aus dem griechischen und steht für „Bild oder Abbild“. Ikonen sind Kult- und Heiligenbilder der Ostkirchen, besonders der orthodoxen Kirchen des byzantinischen Ritus. (Definition aus Wikipedia – wo Sie auch weitere Infos finden).

Die Ikonen sind meist auf Holz gemalte Bilder. Sie sind kirchlich geweiht und haben für die Theologie und Spiritualität der Ostkirchen eine sehr große Bedeutung. Der Zweck der Ikonen ist, Ehrfurcht zu erwecken und eine existenzielle Verbindung zwischen dem Betrachter und dem Dargestellten zu sein, indirekt auch zwischen dem Betrachter und Gott.

Ikonen als Abbild oder Ebenbild der Heiligen

Bei Ikonen geht es also darum ein Ebenbild, eine bildliche Darstellung zu schaffen. Die ältesten, erhaltenen Exemplare stammen, laut Aufzeichnungen, aus dem 6. Jahrhundert. Aus literarischen Quellen sind aber schon im 4. Jahrhundert welche nachweisbar. Vor allem aus Griechenland, Mazedonien, Russland, Rumänien und Zypern sind viele Ikonen erhalten geblieben. Die wichtigsten Techniken sind dabei die Enkaustik und seit dem 7. Jahrhundert die Temperamalerei auf Holz, außerdem Mosaiksetzerei und Schnitzerei in Holz und Elfenbein.

Die zum Kuss ausgestellten Ikonen wurden und werden häufig an bestimmten Stellen mit verzierten Messing-, Eisen- oder Silberblechen, dem Oklad, beschlagen und so geschützt. Motive der Ikonenmalerei sind besonders Christusbilder und Heiligenporträts.

Ikonen sind meist Christusikonen, Marienikonen, Apostel- oder Heiligenikonen. Nach orthodoxem Glauben sind auch viele Protagonisten des Alten Testaments Heilige und werden daher ebenso auf Ikonen dargestellt, genau wie die Heiligen späterer Zeiten. Bestimmte Szenen aus der Bibel, dem Leben der Heiligen finden ihre Wiedergabe als Hetoimasia, Deesis, Verklärungs- oder Dreifaltigkeitsikone.

Die Motive und Typen sind in der mittelalterlichen byzantinischen Ikonografie fest vorgegeben (Bilderkanon), es werden bereits geschriebene Ikonen als Malvorlage verwendet. Schon Andrei Rubljow änderte allerdings Ikonenschemata ab, die heute selbst als kopierfähige Vorlagen verwendet werden (z. B. die Darstellung der alttestamentlichen Dreifaltigkeit ohne die eigentlich verpflichtenden Abram und Sarai).

Die Ikone als Abbild der Wirklichkeit

Die Darstellung von Personen ist bei alten Malstilen strikt zweidimensional, die besondere Perspektive zielt auf die Darstellung selbst. Dadurch wird betont, dass die Ikone Abbild der Wirklichkeit, nicht die Wirklichkeit selbst ist. Seit dem Barock existieren allerdings ebenfalls als kirchenrechtlich rechtmäßig zu verehrende Ikonen in naturalistischer Manier und komplette barocke Kirchenausstattungen. So stellt die neu erbaute Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau eine reine Kirche im Nazarenerstil dar.

Der Hintergrund ist auf mittelalterlichen Ikonen üblicherweise goldfarben (seltener silbern), erzeugt meist durch Blattgold, Schlagmetalle oder auch Ockerfarbe. Der goldfarbene Hintergrund symbolisiert den Himmel bzw. das „göttliche Licht“. Serbische Ikonen zeigen oft einen blauen Hintergrund, griechische verschiedene Farbgründe. Allerdings kennt auch Russland im Mittelalter rotgründige Ikonen.

Die Formen sind oft strukturiert und klar. Die Farben, die relative Größe der Figuren, ihre Positionen und die Perspektive des Hintergrunds sind im Mittelalter nicht realistisch, sondern haben symbolische Bedeutung. Die Perspektive des Hintergrunds und von Gegenständen im Vordergrund (z. B. Tische, Stühle, Kelche) wird oft gewollt „falsch“ konstruiert, sodass der Fluchtpunkt vor dem Bild liegt (umgekehrte Perspektive). Die Umgebung tritt oft hinter der verehrungswürdigen Person zurück.

Alle Personen werden durch Beischriften (Kürzel) in der jeweiligen Sprache (z. B. griechisch, russisch, altslawisch) identifiziert, um sicherzustellen, dass der Bezug auf eine reale Person erhalten bleibt und sich die Verehrung der Ikone nicht verselbstständigt.

Besonderheit christlicher Ikonen

Eine christliche Ikone wird erst durch die Beschriftung zur Ikone. Ikonen ohne Beischriftung sind nicht verehrungswürdige Bilder und werden nicht geweiht. Auch sonst finden sich oft Schriftrollen bzw. Bücher mit Texten in den Händen der Heiligen die, wie in der romanischen und gotischen Kunst auch, entfernt mit den Sprechblasen eines Comics vergleichbar sind. Einer Pantokrator-Ikone wird oft ein Evangeliar in die Hand gegeben, welches eine der Intention der Ikone zugeordnete Bibelstelle des Neuen Testaments wiedergibt; oft ist das Evangeliar aber auch geschlossen.

Die individuelle, schöpferische Ausdrucksweise des Malers ist aus kirchlicher Sicht irrelevant; Ikonenmalerei wird als geistliches Handwerk, nicht als Kunst gesehen, weshalb auch das Wort „Hagiographia“, also Heiligenschreiberei, der Herstellung einer Ikone näher kommt. Beim Ikonenschreiben gesprochen wird der Malende als „Werkzeug Gottes“ angesehen.

Oft werden Ikonen von Mönchen, anonymen Schreibern oder in Manufakturen oder Malschulen von mehreren Schreibern hergestellt. Klassischerweise werden Ikonen nicht signiert.
Der Firnis einer Ikone besteht aus Öl, seltener aus Wachs oder Dammarharzlösung, in neuerer Zeit auch aus Kunstharzen.

Ikonen sind heute in der Regel auf grundiertes Holz in Eitempera gemalte Tafelbilder ohne Rahmen. Vermehrt tritt das Malen auf grundierter Leinwand auf, die nach Vollendung auf Holz aufgezogen wird. In der Antike wurde dagegen meist in Enkaustik gemalt. Es gibt auch Mosaiken, Fresken, geschnitzte Ikonen (Elfenbein, Holz) als Flachreliefs bzw. Emailguss. Vollplastische Statuen und Statuetten dagegen waren in der alten Kirche und in der Folge dann auch in der Ostkirche selten, da sie allzu sehr an die Idole des Heidentums erinnerte

Die Restaurierung von Ikonen ist immer etwas Besonderes

Ikonen Restaurierung Kundenauftrag

Gerade weil Ikonen einen solch‘ hohen Stellenwert in der Religion genießen und bei ihren Besitzern neben dem tatsächlichen auch einen hohen ideellen Wert haben, ist die Arbeit an Ikonenmalereien immer etwas Besonderes.

Wir freuen uns sehr, wenn wir diese Schätze für unsere Kunden wieder erstrahlen lassen können und somit diese Werte und die Darstellungskraft erhalten können.

Wenn Sie also auch noch eine solche Kostbarkeit besitzen oder sie sich in Ihrem Familienbesitz befindet, beraten wir Sie gerne über die Möglichkeiten. Rufen Sie einfach an oder schicken Sie uns eine Mail. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Alles Gute
Ihr
Klaus Hub
Gemälderestaurator